Blog · INsicht

Notizen aus dem Studio.

Updates, Essays und Gedanken zu Webdesign, SEO und wie kleine Unternehmen online besser auftreten — geschrieben von Leif Olbrich, Webdesign- & SEO-Freelancer aus Bayern.

Studio

Die erste Kundenwebsite ist live

Hüpfburg- & Zeltverleih Bobinger aus Kösching, Familienbetrieb seit 2006. 17 Seiten, eigene Domain, Anfrageformular ohne Fremddienst. Was in drei Wochen daraus geworden ist.

Kundenprojekt Live SEO
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Essay

Google indexiert nicht auf Zuruf

Wer eine Website live stellt, will alle Seiten sofort bei Google haben. Nach elf URLs kam die Meldung: Tageskontingent erreicht. Was das für den Zeitplan nach der Live-Schaltung bedeutet.

SEO Search Console Indexierung
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Update

Kein CMS. Stattdessen Inhalts-Pflege.

Ein Selbstverwaltungssystem klingt gut, bis man rechnet: rund 20 Stunden Aufbau für 249 €. Und der Kunde ruft trotzdem an. Was seitdem stattdessen im Angebot steht.

Angebot Prozess Preise
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Studio

63 Briefe sind raus

Die automatisierte Brief-Pipeline hat am Montag 63 personalisierte Angebote gedruckt und versendet. Jeder Brief enthält eine individuell gerenderte Website-Analyse des Empfängers.

Akquise Studio
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Update

Bild-Uploader mit Auto-Crop

Kundenseiten können jetzt Bilder über einen simplen Drag-Drop erhalten, der automatisch Fokuspunkt erkennt und für alle Ausschnitte rendert.

Tool Bilder
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Die Beiträge im Volltext

Studio · 4 min

Die erste Kundenwebsite ist live

63 Briefe, ein Anruf, ein Angebot, drei Wochen Arbeit. Seit dem 8. Mai steht die erste Website, die nicht mir gehört.

Der Kunde ist der Hüpfburg- & Zeltverleih Bobinger aus Kösching bei Ingolstadt — Hüpfburgen, Partyzelte, Kühlanhänger, Familienbetrieb seit April 2006. Die alte Seite lief über einen Baukasten und tat, was Baukastenseiten tun: sie war da.

Was gebaut wurde

  • Startseite plus drei Sortimentsseiten — Hüpfburgen, Zelte, Kühlwagen
  • Drei Stadtseiten für Neuburg, Eichstätt und Pfaffenhofen, jede mit eigenem LocalBusiness-Schema
  • Acht Themenseiten entlang der tatsächlichen Anlässe: Kindergeburtstag, Vereinsfest, Hochzeit, Firmenfeier, Lieferservice
  • Impressum und Datenschutz als eigene Seiten, nicht als Fußzeilen-Modal
  • Anfrageformular direkt beim Hoster, ohne zusätzlichen Drittanbieter im Datenfluss
  • 17 URLs, sortiert in einer Sitemap

Was länger gedauert hat als das Bauen

Die HTML-Seiten waren der schnellste Teil. Gedauert haben die Dinge daneben: Impressum und Datenschutzerklärung rechtssicher erzeugen lassen, den Umzug der Domain vorbereiten, das Google-Unternehmensprofil aufsetzen und wieder an den Inhaber übergeben, Telefonate über Stornofristen und Kautionsbeträge.

Eine Website bauen dauert Tage. Eine Website übergeben dauert Wochen.

Sechzehn Feedback-Punkte kamen per WhatsApp und Telefon, in zwei Runden. Reihenfolge der Hüpfburgen umgestellt, Stornotext präzisiert, Transportbedingungen im Wortlaut des Inhabers übernommen, Kühlwagenmaße nachgetragen. Genau dafür gibt es jetzt das Pflegepaket statt eines CMS — wer seinen Betrieb kennt, soll den Text diktieren dürfen, nicht ein Backend lernen müssen.

Der Rest ist Geduld. Die Seite ist live, die Sitemap eingereicht, das Unternehmensprofil verifiziert. Sichtbarkeit kommt nicht mit dem Deploy.

Essay · 5 min

Google indexiert nicht auf Zuruf

Eine Website ist nicht deshalb bei Google, weil sie online ist. Sie ist dort, wenn Google sie gecrawlt und indexiert hat. Das sind zwei verschiedene Tage.

In der Search Console gibt es die Funktion „Indexierung beantragen“. Man gibt eine URL ein, Google prüft sie, stellt sie in die Warteschlange. Das fühlt sich nach einem Schalter an. Es ist keiner.

Wir hatten 17 URLs einzureichen. Bei Nummer zwölf kam die Meldung: Tageskontingent erreicht. Nicht als Fehler, sondern als schlichtes Stop. Der Rest musste am nächsten Tag warten.

Was tatsächlich hilft

  • Sitemap einreichen. Der einzige Weg, alle URLs auf einmal anzumelden — ohne Tageslimit. Danach steht dort im besten Fall „ohne Fehler verarbeitet“, und ab da ist es Googles Zeitplan.
  • Interne Verlinkung. Eine Seite, auf die von nirgendwo ein Link zeigt, wird auch über die Sitemap nur widerwillig aufgenommen. Landingpages, die niemand verlinkt, sind für Google Randnotizen.
  • Manuelle Anträge sparsam. Nur für die Seiten, die als erste zählen: Startseite, die zwei, drei Seiten mit Kaufabsicht. Der Rest kommt von allein.

Was das für den Zeitplan heißt

Wenn jemand fragt, wann die neue Seite bei Google auftaucht, ist die ehrliche Antwort: einzelne Seiten in Tagen, die Struktur in Wochen, Positionen in Monaten. Wer das anders verspricht, verkauft ein Gefühl.

Live gehen ist ein Datum. Gefunden werden ist ein Prozess.

Praktisch heißt das: Live-Schaltung nicht auf den Tag legen, an dem die Saison beginnt. Sondern sechs bis acht Wochen davor.

Update · 4 min

Warum die Seite nicht beim Baukasten-Hosting geblieben ist

Vier Euro Hosting im Monat sind ein gutes Angebot. Sie nützen nur nichts, wenn dort nicht ankommt, was man gebaut hat.

Der Kunde hatte einen Provider-Tarif mit Homepage-Paket — günstig, seit Jahren bezahlt, technisch in Ordnung. Nur ist so ein Paket für den hauseigenen Baukasten gemacht. Eine fertige Seite mit eigenem HTML, eigenen Schriften und eigener Ordnerstruktur dort hochzuladen, war nicht vorgesehen.

Also Umzug: Domain bleibt beim alten Anbieter, das Hosting zieht um. Das ist der unspektakuläre Weg, und er ist der richtige — die Domain ist das, woran E-Mail, Visitenkarten und Google hängen. Die rührt man nicht an.

Was der Umzug konkret war

  • A-Records für Domain und www auf die IP des neuen Hosters gesetzt
  • AAAA-Records gelöscht, weil der neue Host kein IPv6 auf diesem Weg anbietet — stehengelassene AAAA-Einträge führen sonst ins Leere
  • MX- und TXT-Einträge unangetastet gelassen
  • Ein bis zwei Stunden Propagation abgewartet, HTTPS wurde automatisch ausgestellt

Der Eintrag, den man nicht anfassen darf

MX. Die Geschäfts-E-Mail hängt an derselben Domain wie die Website, und sie läuft weiter über den alten Anbieter. Wer beim Hosting-Wechsel die MX-Einträge mitüberschreibt, nimmt einem Betrieb die Post — und merkt es erst, wenn die erste Anfrage nie ankommt.

Was das Formular damit zu tun hat

Das Anfrageformular hing ursprünglich an einem externen Formulardienst. Beim Umzug haben wir es auf die Formularverarbeitung des neuen Hosters umgestellt: ein Drittanbieter weniger im Datenfluss, eine Zeile weniger in der Datenschutzerklärung, keine zusätzlichen Zugangsdaten, die der Kunde verwahren muss.

Wenn die Seite eines Tages woanders liegt, muss das Formular neu gewählt werden. Das steht so im Übergabedokument — damit es niemanden überrascht.

Essay · 4 min

Google Fonts vom CDN — das teuerste kostenlose Feature

Es sind zwei Zeilen im Kopf der Seite. Sie kosten nichts und funktionieren sofort — und übertragen bei jedem Aufruf die IP-Adresse des Besuchers an einen fremden Server.

Das Landgericht München I hat am 20. Januar 2022 einem Kläger 100 Euro Schadensersatz zugesprochen, weil eine Website Google Fonts dynamisch eingebunden hatte, ohne Einwilligung einzuholen (Az. 3 O 17493/20). Danach gingen Wellen von Abmahnschreiben durchs Land, teils von Kanzleien, teils von Trittbrettfahrern. Der Betrag ist klein. Der Aufwand, sich damit zu befassen, ist es nicht.

Die Lösung ist unspektakulär

  • Schriftdateien einmal herunterladen
  • Auf den eigenen Server legen
  • Per @font-face im eigenen Stylesheet einbinden
  • Die externe Einbindung entfernen — und prüfen, ob sie wirklich weg ist

Das dauert etwa eine halbe Stunde. Als Nebeneffekt lädt die Seite danach meist schneller, weil eine Verbindung zu einem fremden Host wegfällt.

Warum das hier steht

Weil es ein gutes Beispiel für die Sorte Detail ist, die kein Baukasten für einen löst. Die Seite sieht mit CDN-Schriften genauso aus wie mit lokalen. Der Unterschied ist unsichtbar — bis er es nicht mehr ist.

Bei mir liegen Schriften lokal. Nicht weil ich mir sicher bin, dass jede Abmahnung berechtigt wäre, sondern weil die Alternative eine halbe Stunde kostet.

Das ist keine Rechtsberatung. Für Impressum, Datenschutzerklärung und die Frage, was im Einzelfall gilt, gehört ein Anwalt oder ein spezialisierter Generator wie eRecht24 hinzugezogen.

Update · 3 min

Kein CMS. Stattdessen Inhalts-Pflege.

„CMS / Selbstverwaltung“ stand für 249 € im Konfigurator. Ich habe es rausgenommen — und durch etwas ersetzt, das beiden Seiten mehr bringt.

Die Rechnung, die ich vorher nicht gemacht hatte

  • Ein sauber eingerichtetes Redaktionssystem kostet pro Website rund 20 Stunden
  • 249 € geteilt durch 20 Stunden sind 12,50 € die Stunde
  • Jede weitere Installation ist ein weiteres System, das aktualisiert, gesichert und irgendwann repariert werden will — unbezahlt

Was Kunden tatsächlich wollen

Kein Handwerksbetrieb und keine Vermietung will ein Backend bedienen. Sie wollen, dass der neue Preis auf der Seite steht. Wer ein Login bekommt, das er dreimal im Jahr braucht, hat beim vierten Mal das Passwort vergessen und ruft ohnehin an. Nur dass er sich dabei schlecht fühlt, weil er ja „selbst könnte“.

Was jetzt im Angebot steht

  • Inhalts-Pflege, 249 € im Jahr
  • Fünf Textänderungen inklusive
  • Anfrage per WhatsApp oder E-Mail, im eigenen Wortlaut
  • Umsetzung binnen 48 Stunden
  • Kein Login, kein Update, kein zerschossenes Layout

Für mich sind das fünf mal zehn Minuten statt zwanzig Stunden. Für den Kunden ist es ein Satz in WhatsApp statt eines Systems. Der einzige, der schlechter dasteht, ist die Idee, dass jeder Betrieb seine Website selbst pflegen will.

Wer wirklich ein eigenes Backend braucht — ein Shop, ein Terminsystem, ein Portal — bekommt das weiterhin. Dann aber als eigenes Projekt, ehrlich kalkuliert.

Update · 4 min

Konfigurator v2 — weniger Template, mehr Handschrift

Der alte Konfigurator war effizient — und genau das war das Problem. Kunden haben sich wiedergefunden, aber nicht unterschieden.

v2 dreht das Prinzip um: Statt aus Blöcken zu bauen, fängt jedes Projekt mit einem Archetyp an — Handwerk, Praxis, Beratung, Gastro, Kreativ. Der Archetyp definiert Ton, Rhythmus und welche Elemente Priorität bekommen. Erst dann kommen die Blöcke.

Was sich konkret ändert

  • Typografie-Paare pro Archetyp statt eines globalen Defaults
  • Bild-Sprache: Reportage vs. Produkt vs. Porträt pro Archetyp
  • Eigene CTA-Sprache — 'Termin vereinbaren' vs. 'Anfrage stellen' vs. 'Angebot anfordern'
  • Micro-Copy für Leerzustände, Formularfehler, 404 — endlich nicht mehr generisch
Vorher / Nachher — drei Handwerker-Websites aus derselben Vorlage

Warum das zählt

Individualität ist der Grund, warum Kunden weiterempfehlen. Ein Kunde, der sich in seiner Website wiedererkennt, erzählt anders davon. Skalierbarkeit darf das nicht fressen — deshalb steckt die Individualität im Archetyp, nicht in Handarbeit bei jeder Seite.

'Das sieht aus wie unser Laden, nicht wie ein Template.' — Kunde, Ingolstadt, nach dem ersten Entwurf mit v2.

v2.4 ist ab heute Standard für neue Projekte. Bestehende Websites bleiben wie sie sind — Migration nur auf Wunsch.

Essay · 9 min

Warum Websites wieder eine Handschrift brauchen

Wenn alle Websites gleich aussehen, wird nur der Preis noch als Unterschied wahrgenommen. Und der Preis wird dann sehr schnell nach unten gehen.

Die Framework-Ära hat etwas gutes gebracht: technische Qualität wurde billig. Jede Startup-Website lädt heute schnell, ist barrierefrei genug und funktioniert auf dem Handy. Das ist ein Gewinn.

Der Preis dafür: Austauschbarkeit. Öffne zehn Dienstleister-Websites nacheinander — du kannst sie nicht auseinanderhalten. Hero mit großer Headline, drei Feature-Cards, Testimonial-Slider, CTA. Fertig.

Handschrift ist keine Dekoration

Handschrift heißt: Die Website zeigt, wie das Unternehmen denkt, bevor sie zeigt, was es tut. Das kann ein ungewöhnlicher Navigationspunkt sein, ein Ton in den Texten, eine Farbe die niemand sonst nutzt, eine Seitenstruktur die nicht dem Standard folgt.

Ein Friseursalon darf sich anders anfühlen als eine Steuerberatung. Das Web hat das vergessen.

Das ist keine Frage von Budget. Es ist eine Frage davon, ob man den Kunden genug zuhört — und dann den Mut hat, etwas zu bauen was nicht aussieht wie das nächste Vercel-Template.

Studio · 3 min

63 Briefe sind raus

Die Pipeline läuft. Jetzt liegt der Rest beim Briefkasten.

Die insicht-briefe-Pipeline kombiniert Google Places, eine manuell kuratierte Liste und einen Analyse-Schritt über OpenRouter. Output: ein persönlicher Brief pro Betrieb, mit Screenshot der aktuellen Website und drei konkreten Vorschlägen — keine generischen Phrasen.

Zahlen bis jetzt

  • 117 Leads in der Datenbank
  • 63 Briefe versandbereit, alle raus am 14. April
  • Erwartungswert: 2–3% Rücklauf = 1–2 Gespräche

Update folgt, wenn die ersten Antworten eintreffen.

Update · 1 min

Bild-Uploader mit Auto-Crop

Kleines Werkzeug, große Zeitersparnis.

Der neue Uploader nutzt ein lokales Modell um den Bildfokus zu erkennen. Daraus werden dann automatisch Ausschnitte für Hero, Card, Thumbnail und Social-Preview generiert — mit dem Fokus jeweils im optischen Zentrum.

Studio · 5 min

Cowork — mein Setup für 2026

Ein Ordner, ein Assistent, ein Kreislauf: Ziel → Problem → Lösung → Output.

Drei Ordner reichen: Daily Logs, Projekte, Pipeline. Der Rest lebt in Projektdateien. Keine Zweitwelt aus Tasks, Boards und Tags — die sind nur Arbeit über Arbeit.

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